Solarfassade
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Solare Fernwärme boomt in Deutschland

12. Februar, 2020

Bis jetzt galt immer Dänemark als das Vorzeigeland in puncto solare Fernwärme. Doch dass Dänemark nicht für immer unangefochten an der Spitze bleiben könnte, das beweist der stark wachsende Markt für solare Fernwärme in Deutschland. Dort ist 2019 die Leistung der solaren Fernwärmenetze insgesamt um 50 % gestiegen, wie Solarserver kürzlich berichtete. Dafür gibt es mehrere Gründe: Zunächst kommt bei immer mehr Wärmeversorgern an, dass Solarwärme im großen Maßstab technisch ausgereift und eine jahrzehntelang erprobte Technologie ist. Weiters lassen sich Fernwärmenetze mit Solarwärme ausgezeichnet dekarbonisieren, was nicht nur angesichts der Klimakrise enorm wichtig ist, sondern auch wegen des 2021 in Deutschland kommenden CO2-Preises mehr ins Gewicht fällt. Dazu kommen staatliche Förderprogramme, die die anfänglich höheren Investitionskosten ausgleichen und schließlich die dauerhaft niedrigen Betriebskosten einer solaren Fernwärmeanlage. Aufgrund dieser Menge an Vorteilen ist solare Fernwärme in Deutschland wirtschaftlich, wie auch Detlef Moschke, Chef der Senftenberger Stadtwerke stets betont. Die 2016 eröffnete 8.300 m2 große solare Großanlage der brandenburgischen Stadt ließ er allein aus wirtschaftlichen Gründen errichten, die Vorteile in Bezug auf die Nachhaltigkeit wären nur ein Bonus, meint er.

Solare Großanlagen für die Fernwärme sind in Deutschland auch schon lange nicht mehr nur für den ländlichen Raum interessant. Der Trend führt immer mehr ins Urbane, wie Thomas Pauschinger, Mitglied der Geschäftsleitung des Forschungsinstituts Solites gegenüber Solarserver erklärt: “Im Jahr 2019 waren es vor allem Stadtwerke in Ballungsräumen, die die Solarthermie für sich entdeckt haben.” Ein beeindruckendes Beispiel sind die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim. Die beiden Städte haben zusammen etwa 130.000 EinwohnerInnen, ab Mitte 2020 werden sie dank Deutschlands neu gebauter größter Solarwärme-Anlage (knapp 15.000 m2) mit erneuerbarer Fernwärme versorgt.

Kollektorfeld der Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim für solare Fernwärme

Die größte Solarwärme-Anlage Deutschlands (Quelle: Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim)

Riesenpotenzial in Österreich

All das ist jedoch erst der Anfang. Pauschinger prophezeit dem Markt für solare Fernwärme ein stetiges Wachstum über die nächsten Jahre und sieht enormes Potenzial: Die derzeit 70 Megawatt Gesamtleistung in Deutschland ließen sich aus seiner Sicht auf 20 Gigawatt (also ca. das 285-fache) ausbauen. Österreich hat seine Möglichkeiten in der solaren Fernwärme ebenso noch lange nicht ausgeschöpft. 1 Million Haushalte heizen hierzulande mit Fernwärme, der erneuerbare Anteil daran lag 2016 allerdings nur bei 46 %. Um die Wärmewende zu schaffen und das von der Regierung ausgegebene Ziel der Klimaneutralität bis 2040 zu erreichen, ist ein starker Ausbau der solaren Fernwärme nötig. Austria Solar fordert in seiner Solarinitiative 20▸50 deshalb ein Impulsförderprogramm für Großanlagen über 10.000 m2, um jährlich Anlagen mit einer Gesamtleistung von 70 Megawatt Solarwärmekapazität in der Fernwärmeversorgung zu bauen. Langfristig könnte auf diese Weise die Fernwärmeversorgung in rund 90 Städten über 8.000 Einwohner dekarbonisiert werden. Das Ziel ist die Bereitstellung von 10 bis 12 TWh solare Fernwärme, was der Größenordnung der gesamten derzeitigen fossilen Fernwärme in Österreich entspricht. Damit würden 1,2 Mio. Tonnen CO2 bis 2030 eingespart, das sind 4 % des österreichischen Treibhausgasziels.

Mehr Infos zu solarer Fernwärme auf unserem Infoportal

Übersicht zu solaren Fernwärmeanlagen in Deutschland

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Klimaschutz-Gebiete in Wien: Chance für Solarwärme

28. Januar, 2020

Bis Mitte 2020 sollen in Wien Klimaschutz-Gebiete entstehen. In diesen müssen dann sämtliche Neubauten mit erneuerbarer Energie oder Fernwärme versorgt werden. Die Stadt Wien setzt damit einen wichtigen Schritt zur Verringerung der Treibhausgasemissionen der Stadt. Vor allem die in Wien so verbreiteten Gasheizungen (411.000, die Hälfte aller in Österreich installierten Gasheizungen) sollen so auf lange Sicht der Vergangenheit angehören, denn 80 % der Neubauten Wiens sollen Mitte dieses Jahres in Klimaschutz-Gebieten entstehen.

Bernd Vogl, Leiter der Stadt Wien Energieplanung (MA 20) erklärt die Umsetzung der Klimaschutz-Gebiete in einem Interview mit energie-bau.at so: “Wenn in Zukunft ein Bauträger einen Antrag bei der Wiener Baupolizei stellt, wird die Auskunft erteilt, dass hier eben nur Fernwärme oder Erneuerbare möglich sind. Wir gehen davon aus, dass für die Fernwärme auch der erneuerbare Anteil ausgebaut wird.” Dass Solarwärme da einen großen Beitrag leisten kann, zeigt die 656 m2 solare Großanlage in Simmering, die unser Mitglied GREENoneTEC als Generalunternehmer errichtete. Die größte Solarthermie-Anlage Wiens spart jährlich 152 Tonnen CO2 und hat mit über 700 kWh/m2 einen rekordverdächtig hohen Solarertrag. Die im neuen Regierungsprogramm geplante Förderung von erneuerbaren Großanlagen könnte für die Erreichung der Klimaziele Österreichs und der Stadt Wien dabei besonders hilfreich sein. Wie gut geeignet solare Fernwärme für die Wärmeversorgung von Städten ist, zeigt außerdem unser Infoportal zu solarer Fernwärme.

Solare Großanlage Simmering Wien Energie
Solare Großanlage in Simmering (Quelle: GREENoneTEC)

Wien Energie – Solarwärme am Kraftwerk Simmering

Mehr zu den Klimaschutz-Gebieten

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20 Jahre Austria Solar!

12. Dezember, 2019

Bei der gestrigen Austria Solar Generalsversammlung gab es ein besonderes Jubiläum zu feiern: Austria Solar ist 20 Jahre alt geworden! Obmann und Gründer Robert Kanduth feierte mit unserem langjährigen Geschäftsführer Roger Hackstock, dem Vorstand und zahlreichen Mitgliedern in Salzburg.

Austria Solar Vorstand mit Jubiläumstorte 20 Jahre
Der Austria Solar Vorstand mit Geschäftsführer und der Jubiläumstorte (V.l.n.r.: Joachim Kalkgruber (Solarfocus), Roger Hackstock (GF Austria Solar), Ronald Gattringer (Gasokol), Robert Kanduth (GREENoneTEC), Roman Krumphuber (Sonnenkraft), Arthur Sief (SIKO), Christian Fink (AEE INTEC)

Im öffentlichen Teil der Generalversammlung war Katharina Rogenhofer, Mitgründerin von Fridays for Future Austria und Sprecherin des Klimavolksbegehrens, zu Gast. Sie sprach über die notwendige Vernetzung von Unternehmen aus der Erneuerbaren-Branche mit der Zivilbevölkerung im Kampf gegen die Klimakrise. Gemeinsam mit unseren Mitgliedsunternehmen aus der Solarwärmebranche wurde in einem anschließenden Workshop intensiv über Möglichkeiten der Kooperation gesprochen sowie wertvolle Kontakte geknüpft.

Katharina Rogenhofer trägt bei der Austria Solar Generalversammlung vor
Katharina Rogenhofer bei Ihrem Vortrag

Wir von Austria Solar möchten uns an dieser Stelle bei allen Mitgliedern für die jahrelange Treue bedanken! Auch die nächsten 20 Jahre und darüber hinaus werden wir uns voll für die Solarwärme einsetzen, denn sie ist für die Energiewende und im Kampf gegen die Klimakrise essentiell!

Spezieller Dank gebührt auch unserem Mitglied Wilo Österreich für die Verpflegung und die Torte bei der Generalversammlung!

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