Eine im November veröffentlichte Studie des Bundesverbandes Neue Energiewirtschaft (bne) zeigt, dass Solarparks sich positiv auf die Biodiversität auswirken können. Die AutorInnen der Studie haben 75 Solarparks in Deutschland untersucht und dabei festgestellt, dass sich seit deren Errichtung die Vielfalt der dort angesiedelten Tiere und Pflanzen erhöhte. Sie kommen daher zu dem Schluss, dass “eine Flächeninanspruchnahme von Flächen für Solarparks grundsätzlich positiv zu sehen ist, da sie neben dem Klimaschutzbeitrag durch die Erzeugung erneuerbarer Energie gleichzeitig zu einer Flächenaufwertung im Sinne der Erhaltung der biologischen Vielfalt führen kann”, wie sie in der Zusammenfassung ihrer Ergebnisse schreiben.
Solare Großanlage mit bunter Blumenwiese in Løgumkloster (Dänemark) | Quelle: Savosolar
Warum ist das so? Die Flächen der Solarparks werden dauerhaft extensiv genutzt, d.h. mehrheitlich einer natürlichen Entwicklung überlassen – im Gegensatz zu intensiv genutzten landwirtschaftlichen Flächen. Speziell Solarparks, deren Kollektor- oder Modulreihen in breiteren Abständen aufgestellt sind, erhöhen die Arten- und Individuendichte aufgrund der größeren besonnten Zwischenreihen. Besonders positive Entwicklungen konnten die StudienautorInnen bei Tagfaltern, Heuschrecken, Brutvögeln und Zauneidechsen feststellen. Wegen des gestiegenen Angebots an nektarreichen Blüten besuchen vermehrt Insekten, die auf den agrarisch genutzten Flächen im Umfeld keine Nahrung mehr finden, die Wiesen der Solarparks. Die Insekten wiederum sind Nahrungsgrundlage für Vögel, Fledermäuse, Amphibien und Reptilien, wie Solarserver berichtet.
Mit großen Solarparks, wie sie z.B. bei der Nutzung von Solarwärme für die Fernwärme entstehen, lässt sich also nicht nur die Klimakrise, sondern auch die Krise der Biodiversität bekämpfen! Denn in Zusammenhang mit der immer intensiveren Landwirtschaft und der Klimaerwärmung leiden immer mehr Arten unter einem massiven Rückgang ihres Bestands bishin zur Gefahr des Aussterbens.
Am Mittwoch, den 30. Oktober 2019 fand ein Netzwerk-Treffen zu Solarhäusern unter der Führung der Modellregionen in Zwentendorf statt, zudem ungefähr 50 Interessierte, Professionalisten und Handwerker-Profis kamen. Denn die vier benachbarten Regionalmanager vom Wagram, dem Tullnerfeld und aus dem Unteren Traisental-Fladnitztal wollen gemeinsame Sache machen. „Wir müssen die Handwerker wieder mehr vernetzen!“ betont KEM-Manager Franz Fiegl aus Zwentendorf. Mit dem umtriebigen Peter Stockreiter von Netzwerk Solarhaus Österreich haben die Regionalmanager einen sehr guten Partner gefunden.
Die Veranstaltung stand ganz unter dem Motto „Solare Erträge im Haus nutzen“. Den Input zu dieser Solarhaus-Schulung leisteten dafür Vorträge von Peter Stockreiter und Austria Solar-Geschäftsführer Roger Hackstock (Folien unten zum Download). Dabei wurde das Thema durchaus breit diskutiert und moderne Ideen wie Bauteilaktivierung genauso betrachtet, wie herkömmliche Technologien der Solarthermie, welche in letzter Zeit eher zurückgedrängt werden. Für KEM-Manager Alexander Simader eigentlich unverständlich: „Man sieht beim Solarhaus wie wichtig die Solaranlage auch zum Heizen sein kann. Moderne Häuser können so effizient gebaut werden, dass die Solaranlage sogar wichtiger wird als früher!“ Heute können diese Anlagen einen wichtigen Beitrag zum Heizen leisten. In der Vergangenheit wurde ja zumeist nur Warmwasser erzeugt.
Die Veranstaltung war absolut gelungen und man sprach sich für eine verstärkte Kooperation, sowohl der vier Regionen als auch der heimischen Handwerker aus. Denn der Klimawandel birgt nicht nur Risiken, sondern eben auch Chancen. Dazu muss es aber auch ein breites Miteinander aller Beteiligten geben.
Frau Bürgermeister Marion Török eröffnete das Vernetzungstreffen der vier KEM-Regionen mit Solarhaus Östereich. Vlnr.: Franz Fiegl, GGR Manfred Bichler, Bgmin. Marion Török, Alexander Simader, Peter Stockreiter, Ruppert Wychera, Silvia Köllner, Stefan Czamutzian, Roger Hackstock
Solarhaus-Schulung am 30.10. in NÖ – jetzt kostenlos teilnehmen!
24. Oktober, 2019
Am 30. Oktober 2019 findet in Niederösterreich eine SOLARHAUS-Schulung statt. Ein Solarhaus liefert 100 % CO2-freie Energie für Warmwasser, Heizung und Strom. Mindestens 70 % der Wärme wird mit Solarthermie gedeckt, den Rest übernimmt eine Biomasseheizung oder eine Wärmepumpe. Der Strom wird von der eigenen PV-Anlage geliefert, der restlichen Strom liefert eine zertifizierter Ökostromlieferant.
Die Veranstaltung richtet sich an Solarunternehmen, Ingenieur- und Architekturbüros, Gemeinden, Unternehmer, Energieberater, Baumeister, Installateure, Haustechnikplaner und Bauträger in den Klima- und Energiemodellregionen. Die Referenten sind Peter Stockreiter (Netzwerk Solarhaus Österreich) und und Austria Solar-GF Roger Hackstock.
Holen Sie sich Infos aus erster Hand, wie man Solarhäuser plant, baut und wie es sich darin lebt! Sie erhalten darüber hinaus Infos zur aktuellen Förderausschreibung Solarhaus des Klima- und Energiefonds.
Wichtigste Infos:
Wann? Mittwoch, 30. Oktober 2019, 15:30 bis 18:30 Uhr
Wo? Donauhof Zwentendorf, 3435 Zwentendorf an der Donau, Pappelallee 1
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