Fast 50 Prozent Förderung bei Umstellung von Öl auf Erneuerbare
23. Juli, 2020
Mit der Förderaktion „raus aus Öl“ und Landesförderungen erhalten Hausbesitzer seit Mai in Kombination fast 50 Prozent Förderung für die Umstellung von Öl auf erneuerbare Wärme. Dies ist mehr als in Deutschland, wo der Markt bei erneuerbarer Heizung und Solarwärme enorm brummt.
„Die Zeit ist günstig wie nie, um von Öl auf erneuerbare Wärme umzusteigen“, sagt Roger Hackstock, Geschäftsführer des Verbandes Austria Solar. Seit dem Start der Förderaktion „raus aus Öl“ des Klimaministeriums vor zwei Monaten erhalten Private bei der Umstellung eines fossilen Heizungssystems auf erneuerbare Energie bis zu 5.000 Euro Förderung vom Staat. Diese Unterstützung kann mit Landesförderungen kombiniert werden, was den Zeitpunkt ideal macht, jetzt in eine neue Heizung zu investieren. „Kombiniert man den Heizungstausch mit einer Solarwärmeanlage, bekommt man im Schnitt 49 Prozent der Investition von Bund und Land zurück, das ist mehr als in Deutschland, wo der Markt derzeit enorm brummt“, betont Hackstock. Im deutschen Marktanreizprogramm (MAP) des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) wird seit Jahresbeginn bis zu 45 Prozent Zuschuss für den Tausch einer Ölheizung durch erneuerbare Energie samt Solaranlage gewährt, was zu einem Investitionsboom führte, den auch österreichische Hersteller bemerken, die für den deutschen Markt produzieren.
Im Schnitt fast 50 Prozent Förderung in Österreich
Die Umstellung der alten Ölheizung auf eine Pelletheizung oder Wärmepumpe samt Solarwärmeanlage wird in Österreich im Schnitt mit 49 Prozent der Investitionskosten gefördert. In mehreren Bundesländern liegt die Solar/Erneuerbare-Kombiförderung sogar bei über 50 Prozent. Am attraktivsten ist der Umstieg derzeit in Kärnten, wo es über 60 Prozent Förderung gibt. „Solarwärmeanlagen kurbeln den Arbeitsmarkt besonders an, da die Produktion und Installation zu drei Viertel „Made in Austria“ ist, so Hackstock.
Das Klimaschutzministerium (BMK) fördert den Umstieg von umweltschädlichen fossilen Heizungen wie Ölheizungen auf neue, saubere Alternativen im Jahr 2020 mit 100 Millionen Euro – auch rückwirkend bis 1.1.2020. Pro Haushalt können bis zu 5.000 Euro abgeholt werden – mit Landesförderungen sogar bis zu 11.000 Euro! Mit der Förderung können bis zu 22.000 Heizungen (Öl, Gas, Kohle) getauscht werden. “Den Heizkessel tauscht der Installateurbetrieb aus der Region. Der “Raus aus Öl”-Bonus zeigt, was Klimaschutz kann. Wir schaffen Arbeitsplätze und bekämpfen die Klimakrise”, sagt Klimaschutzministerin Leonore Gewessler. Neben der Förderung für den Ölkesseltausch stehen weitere 42,7 Millionen Euro für die thermische Sanierung von betrieblichen, kommunalen und Wohngebäuden bereit.
Insgesamt stehen somit 142,7 Millionen Euro an Förderungen zur Verfügung – im Vergleich zum Vorjahr eine Verdoppelung der Mittel. Beide Maßnahmen ermöglichen eine CO2-Reduktion von mehr als 180.000 Tonnen pro Jahr. Durch die Förderungen werden rund 11.000 Arbeitsplätze geschaffen und es kommt zu einer inländischen Wertschöpfung von 540 Millionen Euro. Im Vorjahr wurden 12.436 Sanierungsprojekte über die Offensive gefördert. Die damalige Bundesförderung löste ein Investitionsvolumen von mehr als 365 Millionen Euro aus, es wurden 4.829 Arbeitsplätze geschaffen. Die CO2-Reduktion betrug 78.694 Tonnen im Jahr.
Die Förderaktion ist ein klares Signal an die Haushalte für Investitionen in die Heizungsumstellung. Dabei muss ein erneuerbares Heizungssystem eingebaut werden, um den Bonus zu erhalten. Die Erfahrung im letzten Jahr hat gezeigt, dass der “Raus aus Öl”-Bonus auch einen Schub bei Solarwärme-Anlagen erzeugt. Das hilft auch dem Wirtschaftsaufschwung nach der Coronakrise. Die Wertschöpfung bei Solarwärme-Anlagen erfolgt zu drei Viertel in Österreich und sichert tausende Arbeitsplätze in Industrie, Handel und Handwerk. Einen Spezialisten für Ihre Solarwärme-Anlage finden Sie am schnellsten mit unserer Solarinstallateur-Suche!
Der Frühling ist außerdem die beste Zeit für einen Heizungstausch, aber nicht nur deswegen lohnt es sich momentan besonders: Da der Bundes-Bonus im vergangenen Jahr so schnell vergriffen war, haben viele Länder ihre eigenen Förderungen ausgebaut, was aktuell zu einer weitgefassten Förderlage führt. “Zurzeit herrscht ein idealer Sanierungsmoment, denn man kann Bundes- und Landesförderung kombinieren – da kann ein zeitweilig niedriger Ölpreis finanziell nicht mithalten”, so Andreas Rotter, Obmann des Zukunftsforum SHL und Innungsmeister der Salzburger Landesinnung Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechnik. Gemeinsam mit dem “Raus aus-Öl”-Bonus lassen sich in einigen Bundesländern allein für die Heizungserneuerung bis zu 11.000 Euro Fördermittel gewinnen. “Das ist gut für das Haushaltsbudget, gut für die Umwelt und letztendlich auch gut für Österreichs Wirtschaft”, ergänzt Rotter.
Um auch unter den gebotenen Vorsichtsmaßnahmen gegen das Coronavirus rasch mit der Förderung beginnen zu können, kann die vorausgesetzte Energieberatungen in allen Bundesländern auch per Telefon oder über das Internet durchgeführt werden.
Alle Informationen zu den Förderungen und die Möglichkeit Förderungen zu beantragen finden Sie unter www.umweltfoerderung.at
Neue Aufträge trotz Coronakrise – Stimmungsbild in der Solarwärme-Branche
15. April, 2020
Die Solarwärme-Branche hat die Coronakrise bislang professionell gemeistert. Dies zeigt eine Umfrage des Verbandes Austria Solar zu den ersten drei Wochen des Ausnahmezustandes. Befragt wurden alle Hersteller, Händler und Zulieferer im Verband. Das Ergebnis zeigt trotz Krise ein positives Stimmungsbild der Branche.
„Mehr als die Hälfte der Mitglieder hat trotz der Coronakrise neue Aufträge erhalten“, freut sich Roger Hackstock, Geschäftsführer des Branchenverbandes Austria Solar. Wie die Umfrage zeigt, wurden nur bei zwei Unternehmen Aufträge storniert, bei zwei Drittel der Befragten wurden Aufträge nach hinten verschoben. Der Auftragslage entsprechend ist es den Solarwärmeunternehmen bislang gelungen ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu halten.
Praktisch keine Kündigungen
Nur in einem einzigen Betrieb mussten Kündigungen ausgesprochen werden. Die restlichen Unternehmen nutzten die Möglichkeit der Kurzarbeit für die Belegschaft, vor allem im Backoffice und im Vertrieb. Nur ein Drittel der Mitglieder schickte auch Mitarbeiter in der Produktion in Kurzarbeit. Fast überall wird in der Zwischenzeit teilweise zu Hause gearbeitet, wie die Umfrage zeigt. Die Firmen nutzen dabei Online-Tools, um mit den Mitarbeitern in Kontakt zu bleiben. Eine gute Nachricht gibt es auch von der Virus-Front: Nur in einem der befragten Unternehmen gab es Fälle in der Belegschaft, die positiv auf COVID-19 getestet wurden.
Kein Hochfahren mehr für fossile Energie
Dem COVID-Krisenmanagement der Regierung stellen die Mitgliedsbetriebe im Großen und Ganzen ein gutes Zeugnis aus. „Für den kommenden Hochlauf der Wirtschaft haben sie vor allem einen Wunsch an die Regierung: Keine Hilfen für das Hochfahren von fossiler Energie!“, so Roger Hackstock. Beim Neustart der Wirtschaft muss der Fokus auf erneuerbarer Energie liegen, wie die Unternehmen betonen. Investitionen in der Gebäudesanierung und die Heizungsumstellung sind ein Konjunkturpaket, welches die Beschäftigung nach der Krise ankurbelt und einen Schub für Klimaschutz auslöst. Dazu gehört ein rascher Start der Förderaktion „Raus-aus-Öl“ und eine höhere Dotierung von Förderprogrammen für Solarwärme. Für die Baustellen wurden offene Grenzen für grenzüberschreitenden Warenverkehr und Montagen eingemahnt, sowie klare Vorgaben, wenn mehrere Gewerke gleichzeitig auf der Baustelle arbeiten.
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