Solarfassade
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Trendwende geschafft: Österreichs Solarwärme-Markt wächst wieder

24. Juni, 2025

Erstmals seit 2009 erreichte die österreichische Solarwärme-Branche 2024 ein bundesweites Marktwachstum gegenüber dem Vorjahr. Der leichte Anstieg von 0,2 Prozent deutet einen positiven Trend an, der sich insbesondere in der Steiermark zeigt. Einen deutlichen Zuwachs gab es zudem bei PVT-Kollektoren: Hier verdoppelte sich der heimische Bestand innerhalb eines Jahres.

Nach langer Zeit des Rückgangs wurden 2024 in Österreich um 0,2 Prozent mehr Fläche an Sonnenkollektoren installiert als im Vorjahr. Das zeigt die kürzlich veröffentlichte Marktstatistik des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur. Roger Hackstock, Geschäftsführer des Branchenverbandes Austria Solar, sieht darin den Beginn einer Trendwende: „Die Solarwärme liefert klimaneutral und preisstabil Energie, unabhängig vom Weltgeschehen, das scheint wieder mehr und mehr Menschen klar zu werden.“

Zugpferd Steiermark

Einen starken Zuwachs gab es insbesondere in der Steiermark. Dort hat die Anfang 2024 anlässlich der Verdoppelung der Solar-Förderung gestartete Kampagne Wirkung gezeigt: Der Solarwärme-Absatz im Land hat sich deutlich erhöht, über 5.000 Quadratmeter Solaranlagen mehr als 2023 wurden installiert. „Mit der Solarkampagne Steiermark wurde die Solarwärme wieder ins Blickfeld gerückt”, freut sich Hackstock über den Erfolg der Solarkampagne, die Austria Solar gemeinsam mit der steirischen Landesinnung der Installateure und dem Land Steiermark durchführte.

Starker Trend zu PVT-Kollektoren

Überaus positive Nachrichten gibt es auch am vergleichsweisen jungen PVT-Markt. Der Jahresabsatz der Kollektoren, die Strom und Wärme gleichzeitig gewinnen, erhöhte sich 2024 auf 4.186 Quadratmeter. Das bedeutet eine Versechsfachung der jährlichen Neuinstallationen sowie beinahe eine Verdoppelung des Gesamtbestands. Mit über 1.000 PVT-Kollektoren befindet sich Österreichs größte PVT-Anlage auf der neuen Sport Arena Wien, die dieses Jahr offiziell eröffnet wird.

Solarwärme-Potenziale in den Bundesländern heben

Die Marktstatistik zeigt jedoch auch, dass nur vier Bundesländer im Vorjahr bei Solarwärme einen Zuwachs verzeichnen konnten. „Das Ziel ist ein Quadratmeter Solarfläche pro Einwohner in allen Bundesländern“, sagt Roger Hackstock, „damit könnte die Hälfte des EU-Ziels beim Zubau erneuerbarer Wärme bis 2030 gedeckt werden“. Das Land Vorarlberg hat 83 Prozent dieses Ziels bereits erreicht, Tirol liegt bei 75 Prozent, Oberösterreich bei 73 Prozent. Die größten ungenutzten Potenziale weisen Wien, Niederösterreich und Burgenland auf. Solarwärme holt pro Quadratmeter dreimal so viel Energie vom Dach wie Photovoltaik, aus derselben Fläche lässt sich die dreifache Energiemenge gewinnen. „Die Bundesländer sollten dringend konkrete Maßnahmen für die solare Wärmeversorgung setzen, um die Energieversorgung langfristig unabhängig und preisstabil zu machen“, so Hackstock.

Presseaussendungen des Verbands

NEU: Leitfaden Solarwärme-Freiflächen für die Fernwärme veröffentlicht

9. Mai, 2025

Wie lässt sich der Anteil erneuerbarer Energie, vor allem durch Solarwärme, in Nahwärmenetzen erhöhen? Das zeigt ein neuer Leitfaden des Verbandes Austria Solar, der kürzlich veröffentlicht wurde.

Aktuell heizen 1,2 Mio. Haushalte in Österreich mit Fernwärme, zu 40 Prozent wird diese Wärme fossil bereitgestellt. Nach den EU-Vorgaben soll der fossile Anteil bis 2030 jedes Jahr um einen Prozentpunkt sinken, Solarwärme kann dabei einen wesentlichen Beitrag leisten. Dazu müssen neben begrenzten Dachflächen aber auch Freiflächen für die Einspeisung in Wärmenetze genutzt werden.

Leitfaden für Solarwärme auf Freiflächen

Solarwärmeanlagen auf Freiflächen stellen andere Anforderungen bei Anlagenplanung und rechtlichen Rahmenbedingungen als Anlagen auf Gebäuden. Der Verband Austria Solar hat daher einen Leitfaden veröffentlicht, der praktische Tipps zur Projektbewertung und Flächenfindung für Freiflächen-Solarwärmeanlagen liefert. Der Leitfaden wurde in den niederösterreichischen Städten Deutsch-Wagram und Stockerau in der Praxis erprobt und zeigt, worauf aus technischer, rechtlicher, wirtschaftlicher und förderungsrelevanter Sicht zu achten ist.

Großes Solarwärmepotenzial bei Fernwärme in Kleinstädten

Wirtschaftlich interessant sind solarthermische Freiflächen-Anlagen in der Regel für Kleinstädte ab etwa 8.000 bis 10.000 Einwohner:innen. Moderne Großflächenkollektoren liefern heute um 50 Prozent mehr Wärme als noch vor 15 Jahren. Mit Anlagen ab 5.000 m2 Fläche kann heute solare Wärme um 5 Cent pro Kilowattstunde erzeugt werden. Die Erkenntnisse aus dem Praxistest sind in den Leitfaden eingeflossen, der ab sofort allen Vertreter:innen von Gemeinden, Wärmenetzbetreibern und KEM-Manager:innen zur Verfügung steht!

Der Leitfaden wurde im Rahmen des vom Klima- und Energiefonds geförderten Projekts „K&E Leitprojekt – Freiflächen-Solarwärme – Schlüssel zur Wärmewende“ erstellt. Dieses Projekt wurde aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert und im Rahmen des Programms „Klima- und Energie-Modellregionen“ durchgeführt.

Cover des Leitfadens über Solare Freiflächen

Download des Leitfadens

Wärmewende im Stillstand: Austria Solar fordert rasche Entscheidungen der Regierung

30. April, 2025

Das Aussetzen aller Umweltförderungen der neuen Regierung hat die Wärmewende zum Stillstand gebracht. Ein Neustart ist nicht vor Jahresende zu erwarten, mit fatalen Folgen für die Wirtschaft.

Vom Aussetzen der Umweltförderungen beim Regierungswechsel sind auch der Solarbonus beim Heizungstausch und Großanlagen fürs Gewerbe betroffen. Alle Förderungen, von der Umweltförderung im Inland über den Klima- und Energiefonds bis zu Ressortgeldern, werden von der neuen Regierung auf ihre Effizienz geprüft, bevor sie fortgesetzt werden. Die Evaluierung wurde noch nicht beauftragt, das Ergebnis ist frühestens im Herbst zu erwarten. Ein Neustart der Wärmewende verzögert sich damit bis Ende 2025.

Zusätzlich hat die Steiermärkische Landesregierung mit 31. März 2025 überraschend einen Förderantragstopp für Umweltförderungen und Wohnbauförderungen verfügt. Das bringt die erfolgreiche Solarkampagne in der Steiermark zum Erliegen, die im Vorjahr zu einer Verdoppelung der Neuinstallationen geführt hatte.

„Wir fordern von der neuen Regierung rasche Entscheidungen für eine Fortführung der Wärmewende, jede Woche die verloren geht kostet unserem Land tausende Arbeitsplätze und Millionen an Investitionen“, appelliert Roger Hackstock, Geschäftsführer des Branchenverbandes Austria Solar.

Unternehmen und Kunden entsetzt über den Stillstand

Die gesamte Branche der Heizungs- und Solaranlagenproduzenten, Händler, Installateure und Konsumenten sind entsetzt über die Vorgangsweise der Politik, den Ausstieg aus Öl und Gas beim Heizen überraschend bis auf weiteres zu stoppen. Die Bestellung neuer Heizungen und Solaranlagen ist völlig zum Stillstand gekommen.

Die Unternehmen sehen sich zunehmend gezwungen, alle im Boom der letzten beiden Jahre aufgebauten Kapazitäten wieder abzubauen. Damit gehen Millionen an Investitionen und tausende Arbeitsplätze bei Heizungstausch, Solarwärme und Gebäudesanierung verloren, auch die Klimaziele rücken in weite Ferne.

Presseaussendungen des Verbands zum Download

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