Raus aus der Klimakrise – rein ins Solarzeitalter! Erneuerbare ausbauen. JETZT.
24. September, 2019
In der Woche der Nationalratswahl 2019 startet Austria Solar gemeinsam mit dem Dachverband Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ) und dessen Mitgliedsverbänden die Aktion Erneuerbare ausbauen. JETZT. Denn die Zeit drängt: Für UNO-Generalsekretär Antonio Guterres ist die Welt an einem “turning Point” angekommen. Die Vereinten Nationen sehen die Dekade bis 2030 als die wichtigste, um taugliche und sofort wirksame Maßnahmen im Kampf gegen die Klimakrise zu etablieren. Bundespräsident Alexander van der Bellen startet, zusammen mit 30 Staaten, eine gemeinsame Initiative zum Klimaschutz. Die österreichischen Treibhausgasemissionen sinken nicht und der Anteil erneuerbarer Energieträger stagniert trotz hoher Potenziale. “Österreich muss einen viel stärkeren Ehrgeiz beim Klimaschutz zeigen. Nicht die Profite der Verschmutzer sind entscheidend. Entscheidend ist eine lebenswerte Zukunft”, so Peter Püspök, Präsident Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ).
Die Wahl am 29. September ist daher klimapolitisch besonders wichtig. Der EEÖ hat bereits Ende 2018 einen Plan vorgelegt, wie die nächste Dekade zukunftsfähig gestaltet werden kann. Dieser ist geprägt von positiven Wertschöpfungseffekten und 80.000 neuen Arbeitsplätzen in zukunftsorientierten Branchen. Die Potenziale erneuerbarer Energien reichen aus, um bis 2030 über 60% des österreichischen Energieverbrauchs mit heimischen erneuerbaren Energien zu decken. Das bisherige Ausbautempo reicht jedoch nicht einmal aus um den Verbrauchszuwachs zu kompensieren. Wie das verbessert werden kann und was die nächste Regierung leisten muss, erklären die “Erneuerbaren Energien” ab jetzt online auf www.erneuerbarejetzt.at.
Im Zuge der Kampagne veröffentlicht Austria Solar mehrere Videos auf Facebook, Twitter und YouTube. Unser Geschäftsführer Roger Hackstock erklärt dabei, warum die Solarwärme zur Energiewende und der Bewältigung der Klimakrise einen wichtigen Beitrag leisten wird und was gemacht werden muss, damit dieser schneller von statten geht:
Raus aus der Klimakrise – rein ins Solarzeitalter! Austria Solar GF Roger Hackstock, erklärt, was dafür zu tun ist.
Der Ausbau erneuerbarer Energien gehört zu den am schnellsten wirksamen Maßnahmen, um die CO2-Emissionen deutlich zu senken. Noch immer fehlt allerdings der politische Rahmen auf Bundes- und Länderebene. “Die Politik, vor allem die nächste Regierung, ist jetzt gefordert. Wir brauchen Ziele, wirksame und sinnvolle Maßnahmen und Gesetze und ein Controlling, um die Ziele zu erreichen. Wenn alle Beteiligten ihre Zielpfade vor Augen haben, können wir gemeinsam daran arbeiten, die richtigen Schritte umzusetzen und einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz”, so Peter Püspök.
In Deutschland wird Solarwärme für die Fernwärme bei den Stadtwerken immer beliebter. Ende Juni wurde die Baugenehmigung für die neue solare Großanlage der Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim (Baden-Württemberg, nahe Stuttgart) erteilt, sie soll mit 14.800 m2 die größte in Deutschland werden. Unser Mitglied Arcon-Sunmark liefert übrigens dafür die Kollektoren.
Übergabe der Baugenehmigung für das Solarfeld: (v.l.n.r.) Geschäftsführer Arcon-Sunmark GmbH, Christian Stadler, Geschäftsführer SWLB (Vorsitz), Bodo Skaletz, Geschäftsführer Arcon-Sunmark GmbH, Peter Eijbergen, Oberbürgermeisterin der Stadt Kornwestheim, Ursula Keck, Oberbürgermeister der Stadt Ludwigsburg, Werner Spec, Geschäftsführer SWLB, Christian Schneider. (Quelle: SWLB)
Das Ludwigsburger Projekt ist aber nur die Spitze des Eisberges. Klassische Fernwärmebetreiber entdecken die Solarwärme immer mehr für sich, denn sie besticht durch stabile Wärmepreise, Langlebigkeit und Klimaschutz. So sollen noch dieses Jahr Anlagen in Erfurt (1.700 m2), Halle (5.000 m2) und Bernburg (8.600 m2) fertiggestellt werden. Weitere konkrete Planungen sind aus Städten wie Greifswald, Kempen, Hennigsdorf, Neubrandenburg und Potsdam bekannt, während sich eine ganze Reihe weiterer Stadtwerke mit ihren Plänen noch bedeckt halten.
Baufeld der Solarwärmeanlage in Ludwigsburg aus Drohnensicht. (Quelle: SWLB)
Das breite Interesse spiegelt sich auch in den großen Teilnehmerzahlen branchenspezifischer Veranstaltungen (z.B. Forum Solare Wärmenetze) oder den ausgebuchten Exkursionen des Fernwärmeverbandes AGFW nach Senftenberg wider. Die 8.300 m2-Anlage der Stadtwerke Senftenberg gilt nämlich als Wendepunkt für Solarthermie in der Fernwärme in Deutschland. Sie ging 2016 ans Netz und übertrifft seitdem alle Prognosen und Erwartungen: Pro solarer MWh schnitt die Senftenberger Anlage nach Berechnungen des Herstellers Ritter XL in den ersten beiden vollen Heizperioden um 12,4 % besser ab als vorausberechnet. Bei heutigen, weiter gesunkenen Anlagenpreisen, beim üblichen Bundeszuschuss von 45 % und bei einer kalkulierten Nutzungsdauer von 25 Jahren ergäbe sich laut Rolf Meißner von Ritter XL für die Senftenberger Anlage ein empirischer Wärmepreis von 1,72 Cent pro kWh einschließlich aller Nebenkosten. Von daher verwundert es auch nicht, dass Detlef Moschke, Chef der Senftenberger Stadtwerke, immer wieder unterstreicht, dass er die Solaranlage allein aus wirtschaftlichen Gründen bauen ließ und die ökologischen Vorteile nur ein Bonus sind.
Wärmepumpe wird im Neubau am liebsten mit Solarwärme kombiniert
24. Juli, 2019
Erfreuliche Nachrichten aus Deutschland: 66,6 % der im Jahr 2018 neu errichteten Wohngebäude im Land werden laut Statistischen Bundesamt (Destatis) mit erneuerbaren Energien beheizt. In fast der Hälfte (47,2 %) der insgesamt 107.200 neuen Wohngebäude waren erneuerbare Energien die primäre, also die überwiegend eingesetzte Energiequelle. Am beliebtesten ist dabei die Wärmepumpe. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, haben die erneuerbaren Energien damit erstmals Gas von Platz 1 bei den primären Energiequellen für das Heizen verdrängt!
Doch nicht nur für erneuerbare Energiequellen insgesamt gibt es gute Nachtichten, sondern auch für die Solarwärme. Während die Wärmepumpe die beliebteste primäre Heiztechnologie sind, liegt die Solarwärme auf Platz 1 bei der beliebtesten Ergänzungsheizform, denn in Gebäuden mit mehr als einer Wärmequelle kommt am häufigsten Solarthermie zum Einsatz!
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