Solarfassade
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Spatenstich für Mega-Solaranlage in Friesach

22. Februar, 2021

In Friesach (Kärnten) entsteht gerade Österreichs größte zusammenhängende Solaranlage. Sie wird zukünftig 15 % des Wärmebedarfs des Friesacher Fernwärmenetzes liefern. Mit einer Kollektorfläche von 5.750 m2 ist die Anlage die größte Österreichs, die in einem Stück geplant wurde.

Erst im Oktober 2020 wurde mit der Solaren Großanlage in Mürzzuschlag die zweitgrößte Solaranlage in Österreich eröffnet, lange dürfte sie diesen Titel allerdings nicht behalten, denn die 436 Kollektoren (produziert vom Kärntner Austria Solar-Mitglied GREENoneTEC) übertreffen die steirische Anlage flächenmäßig noch einmal um ein paar hundert Quadratmeter. Nimmt man nur zusammenhängende Solaranlagen her, wird Friesach sogar landesweit die größte sein.

Errichtet und betrieben wird die Mega-Solaranlage vom Unternehmen „Unser Kraftwerk“, das die durch die Sonne erzeugte Wärme an die KELAG Energie & Wärme GmbH liefert, die das Friesacher Fernwärmenetz betreibt. Fertig werden soll die Anlage mitsamt eines Pufferspeichers in einer Größe von 1.000 m3 schon im Sommer 2021, ab dann werden 15 % des jährlichen Wärmebedarfs über die Sonne und nicht mehr über das Biomasseheizwerk gedeckt werden müssen. So lassen sich jedes Jahr über 600 Tonnen Hackschnitzel einsparen.

Für die Fachplanung der Anlage wurde übrigens das Ingenieurbüro Solar Engineering Guggenberger engagiert, ebenfalls Austria Solar-Mitglied. Damit sind alle vier wesentlich beteiligten Unternehmen aus Kärnten, worüber sich auch GREENoneTEC-Geschäftsführer Robert Kanduth freut: „80 % der Wertschöpfung dieser Investition bleiben in Kärnten, ich hoffe, dass noch weitere Biomasseheizwerke mit Fernwärmesystemen in Österreich mit Solarthermie kombiniert werden.“

Die Projektpartner bei der Pressekonferenz zum Baubeginn (Copyright Foto: KELAG)

Spannend ist auch das Finanzierungsmodell der Solaren Großanlage in Friesach, denn „Unser Kraftwerk“ finanziert die Investition von rund zwei Millionen Euro in die Solarthermieanlage und in den Pufferspeicher zum Teil über ein Bürgerbeteiligungsmodell. „Wir bieten interessierten Kleininvestoren den Kauf einzelner Sonnenkollektoren an und mieten sie gegen eine fixe jährliche Pacht von 3 % der Investitionssumme zurück. Es freut uns, dass wir für unsere Bürgerbeteiligungsmodelle sehr viele Investoren aus der Region gewinnen können, bei PV-Projekten haben wir sehr gute Erfahrungen mit dieser Form der Bürgerbeteiligung gemacht, sodass wir dieses Modell auch für die Solarthermie Friesach anwenden“, sagt dazu Gerhard Rabensteiner, Geschäftsführer von „Unser Kraftwerk“.

Schließlich ist auch die Kärntner Politik mehr als erfreut über das Friesacher Solarwärme-Projekt, speziell weil es einen großen Beitrag zum Klimaschutz im Land beiträgt, wie Landesrätin Sara Schaar betont: „Die Errichtung dieser Solarthermieanlage ist ein Musterbeispiel dafür, wie große öffentliche Einrichtungen (wie z. B. das Krankenhaus Friesach) effizient mit emissionsfreier Sonnenwärme versorgt werden können. Gleichzeitig werden CO2 eingespart und die Luftgüte verbessert – ein Musterprojekt im Sinne des Klimaschutzes und ein weiterer Vorreiter in der Kärntner Biomassefernwärmelandschaft!“

Presseaussendung KEW

Fernsehbericht KT1

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Wärmewende: Wo bleibt Österreich?

4. Februar, 2021

Deutschland zeigt es vor, wie die Wärmewende funktionieren kann. Während bei unserem Nachbarland thermische Solaranlagen so gefragt wie nie zuvor sind, schafft es die österreichische Regierung nicht, ähnliche Rahmenbedingungen zu schaffen.

Österreich ist jenes Land, in dem die meisten thermischen Flachkollektoren der Welt gebaut werden. Die Wertschöpfung bei Solarwärmeanlagen erfolgt zu drei Viertel in Österreich, die Branche sichert so über 1.200 wertvolle Vollzeitarbeitsplätze.

Umso verwunderlicher ist es, dass die Förderbedingungen im Heimmarkt Österreich für die Errichtung von thermischen Solaranlagen nicht unbedingt rosig sind. Während in Deutschland der Umstieg von Öl auf erneuerbare Hybridsysteme mit einer thermischen Solaranlage mit bis zu 55 Prozent (inkl. MwSt., max. 33.000,- Euro) gefördert werden, wird in Österreich die Errichtung einer Solaranlage lediglich vom Bund mit 700 € belohnt. Begründet wird dies damit, dass keine weitere CO2-Einsparung mehr mit einer Solaranlage gegenüber der Wärmepumpe oder Pelletskessel erreicht werden kann.

Aus Sicht des Verbandes Austria Solar ist das eine sehr kurzsichtige Denkweise. Die Energie aus Sonne ist die unabhängigste, klimaneutralste Energieform, die es gibt. Es macht Sinn, wenn die Sonne scheint, keine Pellets zu verbrennen oder Strom für die Wärmepumpe zu verbrauchen. Aus diesem Grund hat Deutschland bei der Wärmewende auch Hybridsysteme derart wichtig in den Fokus gerückt.

Thermische Solaroffensive beim Heizen sichert über 1.000 Arbeitsplätze

In Deutschland hat der Kombi-Bonus zu einem Boom am Markt geführt, dieses Erfolgsmodell sollte auch nach Österreich übertragen werden. „Wir fordern seit langem die Aktion „Raus aus Öl“ um einen thermischen Solarbonus wie in Deutschland zu erweitern, doch die Politik zögert“, so Roger Hackstock, Geschäftsführer des Branchenverbandes Austria Solar. Dabei wäre eine thermische Solaroffensive eine ausgezeichnete Konjunkturbelebungsmaßnahme. Der Solarbonus bei der Förderaktion „Raus aus Öl“ wäre ein wichtiger Schritt, um den Wirtschaftsmotor in Österreich mit Klimaschutzmaßnahmen wieder in Gang zu bringen.

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