Solarfassade

Solare Fernwärme (SDH)

Warum Solare Fernwärme (SDH)?

Fernwärme ist die in Österreich am weitesten verbreitete Heizform: 1,2 Mio. Haushalte sind an ein Fernwärmenetz angeschlossen, damit hängt jeder vierte österreichische Haushalt an der Fernwärme. Knapp 50 % der Fernwärme in Österreich wird jedoch immer noch fossil erzeugt, wie die Grafik unten zeigt. Damit die angesichts der Klimakrise notwendige Wärmewende gelingt, haben sich alle EU-Mitgliedsstaaten dazu verpflichtet, den Anteil an Erneuerbarer Wärme bis 2030 jährlich um 1,3 % zu erhöhen. Solare Fernwärme (SDH, Solar District Heating) ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, Wärme sauber zu erzeugen und mit günstiger Sonnenenergie nicht nur dieses Ziel zu erreichen, sondern auch unsere Wärmeversorgung langfristig unabhängig und nachhaltig zu gestalten.

Nah- und Fernwärmeerzeugung nach Energieträgern in Österreich, 1990-2019 (Quelle: FGW)
Wann ist eine Solare Fernwärme-Anlage sinnvoll?
  • Wärmenetze mit Sommerbetrieb: Eine SDH-Anlage übernimmt den Sommerbetrieb des Wärmenetzes vollständig oder deckt zumindest einen Teil des Wärmebedarfs.
  • Rücklauftemperatur: Je niedriger die Rücklauftemperatur, desto höher ist der Solarertrag – neben vielen anderen Vorteilen im Netzbetrieb. Moderne Kollektoren können auch mit Rücklauftemperaturen von 60° und mehr effizient arbeiten.
  • Fläche: Es muss ausreichend Fläche für Kollektoren und Wärmespeicher in der Umgebung oder am Gebäude vorhanden sein.
Was spricht für eine Solare Fernwärme-Anlage?
  • Saubere Wärme zu einem fixen Preis: Die Preise von fossilen Brennstoffen sind starken Schwankungen unterworfen und die CO2-Steuer erhöht diese zusätzlich immer mehr. Die Sonne aber schickt keine Rechnung und einmal gebaut, liefert eine Solare Fernwärme-Anlage über mind. 20 Jahre (in der Praxis meist noch viele Jahre mehr) saubere Wärme zu einem fixen Preis. Üblicherweise deckt eine Solaranlage bis zu 20 % des Jahres-Wärmebedarfs im Netz, mit einem ausreichend dimensionierten Speicher sind sogar bis zu 60 % möglich. Mehr zu den Kosten von Solarer Fernwärme siehe Abschnitt “Was kostet eine Solare Fernwärme-Anlage?”
  • Hervorragende Förderlandschaft: Noch nie wurden Solare Großanlagen so stark gefördert wie jetzt. In Österreich werden bis zu 50 % der Investitionskosten von Bund und Land übernommen, was die Amortisationszeit stark verkürzt und die Wirtschaftlichkeit erhöht (siehe Abschnitt zu Förderungen unten und Austria Solar Förderübersicht).
  • Echter Klimaschutz: Solarwärme ist CO2-frei und kann mit sämtlichen anderen Wärmeerzeugern kombiniert werden. Eine Investition in eine Solare Fernwärme-Anlage mit einer Lebensdauer von mind. 20 Jahren ist ein langfristiger Beitrag zum Klimaschutz. Davon profitiert das Klima auf unserem Planeten und somit wir alle.
  • Echter Umweltschutz: Beim Betrieb einer Solaranlage werden keinerlei umwelt- und gesundheitsschädliche Luftschadstoffe wie Feinstaub oder Stickoxide ausgestoßen. Sollte die Solaranlage zudem nicht am Gebäude angebracht, sondern auf einer Freifläche errichtet werden, ist kaum eine Bodenversiegelung nötig. 99 % der Fläche bleiben unversiegelt, diese trägt laut Studien als Lebensraum für Flora und Fauna erheblich zur Erhöhung der Biodiversität bei. Auch eine landwirtschaftliche Nutzung ist möglich, z.B. als Weidefläche für Schafe.
  • Marketing und Image: Eine Solaranlage wird sofort als klimafreundlich erkannt und eignet sich ausgezeichnet, um die Stellung einer Gemeinde oder eines Energieversorgers als umwelt- und klimabewusst zu verdeutlichen.
Welche Beispiele für Solare Fernwärme gibt es?

Österreichs größte zusammenhängende Solaranlage steht in Friesach (5.750 m²) und deckt den kompletten sommerlichen Warmwasserbedarf im Friesacher Fernwärmenetz. Die nächstgrößte Anlage steht in Mürzzuschlag (5.000 m²) und sorgt dafür, dass im Sommer dort der Gaskessel nicht mehr läuft. Die beiden Anlagen haben eine Kapazität von 4 bzw. 3,5 MW. Die größte Solarkapazität ist in Graz installiert, wo mehrere Anlagen mit zusammen 18.000 m² bzw. 12,6 MW ins Fernwärmenetz einspeisen. Insgesamt gibt es bereits rund 40 solarunterstützte Wärmenetze in Österreich. Mehr österreichische Beispiele finden Sie in unserer Galerie.

Pionierland bei Solarer Fernwärme ist Dänemark. Mit einer Kollektorfläche von 157.000 m2 steht in Silkeborg die größte Solaranlage der Welt. Sie erzeugt 80.000 MWh an Wärmeenergie jährlich. Über 120 dänische Städte und Gemeinden setzen bereits auf Solare Fernwärme, die Wärmekapazität von SDH-Anlagen in Dänemark beträgt insgesamt 1 GW.

Was kostet eine Solare Fernwärme-Anlage?

Die Wärmegestehungskosten von Solarer Fernwärme liegen bei 3-5 ct/kWh, wie Analysen von bereits bestehenden Anlagen zeigen. Auch bei SDH greifen Skaleneffekte: Je größer die Anlage, desto niedriger der Preis pro kWh. Die Kosten von mehreren erfolgreichen Projekten in ganz Europa können in dieser Broschüre nachgelesen werden. Hinzu kommen die Einsparungen beim Brennstoff, der den Rest des Wärmebedarfs deckt (z.B. Biomasse) sowie reduzierte Wartungskosten und eine erhöhte Lebensdauer des Brennstoffkessels.

Bei der Finanzierung von SDH-Anlagen sind viele Varianten möglich, z.B. auch Bürgerbeteiligung. Mehr dazu finden Sie in unserer Broschüre zum Thema. Zusätzlich werden SDH-Anlagen stark gefördert, siehe nächster Abschnitt!

Welche Förderungen gibt es für Solare Fernwärme-Anlagen?

Die Fördersituation für große Solaranlagen ist derzeit so gut wie noch nie. Im weltweit einzigartigen Förderprogramm für Solare Großanlagen des Klima- und Energiefonds stehen 45 Millionen Euro für Anlagen ab 100 m² Kollektorfläche (ohne Begrenzung nach oben) zur Verfügung. In sechs verschiedenen Themenfeldern werden die verschiedenen Anwendungen von Solaren Großanlagen (wie z.B. Solare Fernwärme) forciert und mit 30 bis 50 % der Investitionskosten gefördert. Zusätzlich werden Machbarkeitsstudien für Großprojekte mit mehr als 5.000 m² Kollektorfläche mit bis zu 100 % gefördert. Mehr Details und weiterführende Links finden Sie in unserer Förderübersicht.

Wie komme ich zu einer Solare Fernwärme-Anlage?

Tools für erste Berechnungen bzgl. Größe und Kosten einer Solaren Fernwärme-Anlage finden Sie hier. Speziell für Biomasse-Heizwerke hat Austria Solar den Quick Check BIOSOL entwickelt, der in wenigen Minuten eine erste Einschätzung zu den Kosten und der Dimensionierung einer Solaranlage als Ergänzung zu einem Biomasse-Heizkraftwerk liefert.

Für die konkrete Auslegung und Wirtschaftlichkeitsberechnung einer SDH-Anlage ist eine Detailplanung erforderlich. Austria Solar hat im Rahmen des Quick Check BIOSOL eine Liste mit erfahrenen Planern erstellt, die sich als erste Anlaufstelle empfehlen.

Welche Unternehmen sind in Österreich im Bereich Solare Fernwärme tätig?

Klappen Sie das Menü unten auf und Sie finden eine Liste von Austria Solar Mitgliedern, die am österreichischen Solare Fernwärme-Markt tätig sind!

Unternehmen im Bereich Solare Fernwärme

Logo AbsoliconAbsolicon Solar Collector AB

SE-871 33 Härnösand, Fiskaregatan 11
Tel.: +46 611 55 70 00
www.absolicon.com
Absolicon ist spezialisiert auf konzentrierende Sonnenkollektoren und Fertigungsanlagen für Sonnenkollektoren.
Logo Gasokol GmbHGasokol GmbH

4351 Saxen, Solarpark 1
Tel.: +43 (0)7269 76600 0
www.gasokol.com
Entwicklung, Planung, Fertigung und Vertrieb von Solaranlagen
Logo greenixcloud Simona AlexegreeniXcloud - ZERO EMISSION BUILDING DESIGN

6100 Mösern, Am Anger 6
Tel.: +43 664 53 67 469
Projektentwicklung und Errichtung von Wärme- und Kälteversorgungsanlagen mit erneuerbarer Energie, energieeffiziente und innovative Digitalisierungs- und Energiedienstleistungsmodelle
Logo GREENoneTEC Solarindustrie GmbHGREENoneTEC Solarindustrie GmbH

A-9300 St. Veit / Glan, Industriepark St. Veit, Energieplatz 1
Tel.: +43 (0)4212 28 13 60
www.greenonetec.com
Produktion von thermischen Solarkollektoren und Warmwassersystemen, Generalunternehmer für Großanlagen und Projekte
Logo HargassnerHARGASSNER Ges mbH

A-4952 Weng, Anton Hargassner Straße 1
Tel.: +43 7723 52 74 - 0
www.hargassner.at
HARGASSNER ist seit 1984 Pionier für umweltschonendes Heizen mit erneuerbarer Energie.
Logo Hoval Gesellschaft m.b.H.Hoval Gesellschaft m.b.H.

A-4614 Marchtrenk, Hovalstraße 11
Tel.: +43 (0) 50 365 0
www.hoval.at
System- und Dienstleistungsanbieter für umweltfreundliche Heiztechnik, Solarthermie und Komfortlüftung
Logo Leo RiebenbauerIng. Leo Riebenbauer GmbH
Büro für Erneuerbare Energie

A-8243 Pinggau, Hauptplatz 13
Tel.: +43 3339 25 113

www.riebenbauer.at
Langjährige Erfahrung bei Planung und Engineering von Erneuerbarer Energie, Beratung und Begleitung bei Förderung, Optimierung und Effizienzsteigerung von Projekten
Logo MSG MySolar GmbHMSG MySolar GmbH

9020 Klagenfurt, Viktringerstraße 7
Tel.: 43 (0) 463 / 740 707 700
www.mysolar.at
MySolar ist der österreichische Spezialist für den Tausch und die Wartung von thermischen Solarkollektoren sowie der kostengünstigen und sauberen Sonnenheizung.
Logo NARVANARVA Lichtquellen GmbH + Co. KG

D-09618 Brand-Erbisdorf, Industriegebiet Nord, Erzstraße 22
Tel.: +49 37322 170
www.narva-bel.de
Entwicklung und Produktion von Solarthermie Voll-Vakuumröhren, sowie Speziallampen für die allgemeine und technische Anwendung (Ultraviolett).
Logo Savosolar GmbHSavosolar GmbH

D-22761 Hamburg, Kühnehöfe 3
Tel.: +49 (0) 40 500 34 97-0
www.savosolar.com
Savosolar plant und errichtet effiziente Solarthermie Anlagen zur Beheizung von Gebäuden, industriellen Prozessen und Warmwasser.
Logo Sonnenkraft Österreich Vertriebs GmbHSonnenkraft Österreich Vertriebs GmbH

A-9300 St. Veit / Glan, Industriepark
Tel.: +43 (0)4212 450 10
www.sonnenkraft.com
Anbieter von thermischen Solaranlagen und kompletten Solarsystem-Lösungen
Logo SOLID Solar Energy SystemsSOLID Solar Energy Systems GmbH

A-8045 Graz, Am Pfangberg 117
Tel.: +43 (0)316 292 84 00
www.solid.at
Errichtung von Solaranlagen in allen Größen und Sonderformen
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