Marktstatistik

Österreich

 

95 Prozent Wertschöpfung in Österreich und 1.500 Arbeitsplätze

Mit Ende des Jahres 2017 waren in Österreich 5,2 Mio. m² thermische Sonnenkollektoren in Betrieb, was einer installierten Leistung von 3,6 GWth entspricht. Der Nutzwärmeertrag dieser Anlagen lag bei 2.121 GWh. Damit werden jährlich 408.704 Tonnen an CO2-Emissionen vermieden. Der Umsatz der Solarthermiebranche lag im Jahr 2017 bei rund 178 Mio. Euro, die Branche sichert 1.500 Vollzeitarbeitsplätze.

EU

 

EU-weiter Marktrückgang, nur vier Länder mit Marktzuwachs

In der EU wurden 2016 Kollektoren mit einer Wärmeleistung von rund 1.800 MW (2,6 Mio. m²) neu installiert. Dies bedeutete einen Marktrückgang um 5,6 % im Vergleich zum Vorjahr. Nur Dänemark (+83,8 %), Slowakei (+81,1 %), Niederlande (+17,6 %) und Belgien (+3,3 %) verzeichneten einen Marktzuwachs. Insgesamt waren Ende 2016 Solarwärmeanlagen mit einer Wärmeleistung von rund 34.500 MW (49,2 Mio. m²) in Betrieb. Der Gesamtumsatz der Branche lag bei 2,2 Mrd. Euro, mit 22.400 Beschäftigten europaweit.

 

Weltmarkt

 

Globaler Aufschwung bei Großanlagen, Wachstumsmärkte Indien, Mexiko und Türkei

Mit 472 GWth bis Ende 2017 addierten sich solare Wärme und Kälte erneut zum größten Solarsektor weltweit, der akutelle Solar Heat Worldwide Bericht betont außerdem die zunehmende Nutzung von Megawattanlagen für die solare Beheizung und Kühlung großer öffentlicher und privater Gebäude sowie von Fabriken. Im Jahr 2016 beschäftigte der globale Solarthermie-Sektor 708.000 Menschen und erreichte einen weltweiten Umsatz von 16 Milliarden Euro.

Potenzial

 

Solarwärme könnte in Österreich jedes zweite Gebäude versorgen

 

In den letzten fünf Jahren hat sich die solar produzierte Wärmemenge in der EU auf fast 50.000 GWh verdoppelt, auch wenn die jährlichen Ausbaumengen rückläufig sind. Der Ausbau fand vor allem bei der solaren Versorgung von Gebäuden statt, in Dänemark ist auch ein Boom bei solaren Fernwärmeanlagen zu beobachten. Wie sich diese Entwicklung in Zukunft fortsetzen wird und welchen Beitrag Solarwärme zu den europäischen Klimazielen leisten kann, wurde in einer im August 2017 veröffentlichten IEA-Studie am Beispiel Österreich, Deutschland, Italien und Dänemark untersucht. In den Szenarien wird von einer Verdopplung der fossilen Energiepreise bis 2050 und einer Kostensenkung bei Solarwärme von 25 bis 35 Prozent ausgegangen. Die Ergebnisse zeigen, dass Solarwärme langfristig vor allem fossile Energieträger ersetzen wird, andere erneuerbare Wärmetechnologien wie Biomasse, Wärmepumpe, Abwärme werden aufgrund niedriger Wärmeerzeugungskosten zu Solaranlagen eher in Konkurrenz stehen. Den größten ökonomischen Vorteil wird Solarwärme in Südeuropa liefern, in unseren Breiten werden aus wirtschaftlichen Gründen eher Großanlagen dominieren. Für Österreich wurde ein technisches Potenzial von jährlich bis zu 7.000 GWh Solarwärme errechnet, was bedeuten würden, dass jedes zweite Gebäude mit Solarwärme versorgt wird. Derzeit liegt die heimische solare Wärmeproduktion bei 2.121 GWh pro Jahr, laut IEA-Studie beträgt das Potenzial langfristig mehr als das Dreifache dieses Wertes.

IEA SHC Task 52: Solar Thermal and Energy Economy in Urban Environments – Country cases for Germany, Austria, Italy and Denmark

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