Solarfassade

Marktstatistik

Österreich

Über 350.000 eingesparte Tonnen CO2 pro Jahr und 1.200 gesicherte Vollzeitarbeitsplätze

Laut Marktstatistik waren mit Ende des Jahres 2019 in Österreich 5 Mio. m² thermische Sonnenkollektoren in Betrieb, was einer installierten Leistung von ca. 3,5 GWth entspricht. Der Nutzwärmeertrag dieser Anlagen lag bei 2.081 GWh. Damit werden jährlich 353.713 Tonnen an CO2-Emissionen vermieden. Der Umsatz der Solarthermiebranche lag im Jahr 2019 bei rund 149 Mio. Euro, die Branche sichert ca. 1.200 Vollzeitarbeitsplätze.

EU

Europäischer Markt wächst, Polen und Dänemark mit sehr großem Wachstum

In der EU (inkl. Schweiz) wuchs der Markt für Solarwärme 2018 um 7,8 %. Im selben Jahr wurden Kollektoren mit einer Wärmeleistung von rund 1.500 MWth neu installiert, was ca. 2,15 Mio. m² Kollektorfläche entspricht. Am stärksten wuchs der Markt in Polen (+179 %) und Dänemark (+77,2 %). Die Länder Niederlande (+16,5 %), Zypern (+12,7 %), Griechenland (+4 %), Portugal (+2 %), Spanien (+1,9 %) und Frankreich (+1,7 %) verzeichneten ebenfalls einen Marktzuwachs. Insgesamt waren Ende 2018 Solarwärmeanlagen mit einer Wärmeleistung von rund 36.100 MWth in Betrieb, was einem Wachstum von 2,4% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Gesamtumsatz der Branche lag bei 1,85 Mrd. Euro, mit geschätzt 18.800 Beschäftigten europaweit.

Weltmarkt

Globales Wachstum bei Großanlagen und Prozesswärme, größter Markt China schrumpft

Solare Großanlagen für die Fernwärme liegen weiter im weltweiten Trend. China und Deutschland zählen in diesem Segment zu den größten Gewinnern aufgrund von verbesserter Wettbewerbsfähigkeit. Auch die steigende Nachfrage nach industriellen und landwirtschaftlichen Anwendungen hat den Markt für Solarthermie befeuert. Während Warmwasserbereitungssysteme für Privathaushalte, der größte Marktsektor, in China und Mitteleuropa durch konkurrierende Technologien unter Druck gerieten, stiegen die Verkäufe in Südafrika, Griechenland, Zypern und Brasilien in diesem Segment erheblich. Insgesamt verzeichnete der Markt weltweit zwar einen Rückgang von ca. 6 %, was aber hauptsächlich mit der sinkenden Zahl neuer Kollektoranlagen um etwa 8 % in China zu begründen ist, so der aktuelle Solar Heat Worldwide Bericht.

Potenzial

Solarwärme könnte in Österreich jedes zweite Gebäude versorgen

In den letzten fünf Jahren hat sich die solar produzierte Wärmemenge in der EU auf fast 50.000 GWh verdoppelt, auch wenn die jährlichen Ausbaumengen rückläufig sind. Der Ausbau fand vor allem bei der solaren Versorgung von Gebäuden statt, in Dänemark ist auch ein Boom bei solaren Fernwärmeanlagen zu beobachten. Wie sich diese Entwicklung in Zukunft fortsetzen wird und welchen Beitrag Solarwärme zu den europäischen Klimazielen leisten kann, wurde in einer im August 2017 veröffentlichten IEA-Studie am Beispiel Österreich, Deutschland, Italien und Dänemark untersucht. In den Szenarien wird von einer Verdopplung der fossilen Energiepreise bis 2050 und einer Kostensenkung bei Solarwärme von 25 bis 35 Prozent ausgegangen. Die Ergebnisse zeigen, dass Solarwärme langfristig vor allem fossile Energieträger ersetzen wird, andere erneuerbare Wärmetechnologien wie Biomasse, Wärmepumpe, Abwärme werden aufgrund niedriger Wärmeerzeugungskosten zu Solaranlagen eher in Konkurrenz stehen. Den größten ökonomischen Vorteil wird Solarwärme in Südeuropa liefern, in unseren Breiten werden aus wirtschaftlichen Gründen eher Großanlagen dominieren. Für Österreich wurde ein technisches Potenzial von jährlich bis zu 7.000 GWh Solarwärme errechnet, was bedeuten würden, dass jedes zweite Gebäude mit Solarwärme versorgt wird. Derzeit liegt die heimische solare Wärmeproduktion bei rund 2.100 GWh pro Jahr, laut IEA-Studie beträgt das Potenzial langfristig mehr als das Dreifache dieses Wertes.

IEA SHC Task 52: Solar Thermal and Energy Economy in Urban Environments – Country cases for Germany, Austria, Italy and Denmark

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