Solarfassade

Aktuelles aus der Branche

Solar Heat Worldwide-Bericht 2020 veröffentlicht!

8. Juni, 2020

Das Solar Heating and Cooling Programme der Internationalen Energieagentur (IEA SHC) stellte kürzlich den Solar Heat Worldwide-Bericht 2020 vor, der die Entwicklungen am weltweiten Solarwärme-Markt im Jahr 2019 zeigt. Für die Branche gibt es Grund zur Freude: Der Anteil der Solarwärme bei der Fernwärmeerzeugung steigt weltweit. In Dänemark wuchs dieser Markt 2019 um 170 %, und auch andere Länder wie China oder Deutschland verzeichneten hier eine positive Entwicklung aufgrund von verbesserter Wettbewerbsfähigkeit. Auch die steigende Nachfrage nach industriellen und landwirtschaftlichen Anwendungen hat den Markt für Solarthermie befeuert. Während Warmwasserbereitungssysteme für Privathaushalte, der größte Marktsektor, in China und Mitteleuropa durch konkurrierende Technologien unter Druck gerieten, stiegen die Verkäufe in Südafrika, Griechenland, Zypern und Brasilien in diesem Segment erheblich. Insgesamt verzeichnete der Markt weltweit zwar einen Rückgang von ca. 6 %, was aber hauptsächlich mit der sinkenden Zahl neuer Kollektoranlagen um etwa 8 % in China zu begründen ist. Auf der anderen Seite meldeten neben Dänemark weitere große Solarthermiemärkte wie Zypern, Südafrika, Griechenland, Tunesien und Brasilien deutliche Wachstumsraten.

Diagramm Wachstumsraten Solarwärme 2019 aus dem Solar Heat Worldwide-Bericht 2020
Positive Wachstumsraten in einigen der größten Solarwärme-Märkte | Quelle: IEA SHC

„Die Solarthermiebranche erlebt herausfordernde Zeiten, aber es ist wichtig anzumerken, dass dies hauptsächlich auf Rückgänge auf dem chinesischen Markt zurückzuführen ist“, erklärt Daniel Mugnier, Vorsitzender des IEA-SHC-Programms. „Trotz dieses Trends verzeichnet die Solarthermie in zwei Schlüsselsektoren – Fernwärme und industrielle Prozesse – ein stetiges Wachstum. Darüber hinaus tragen solare Heiz- und Kühltechnologien erheblich zum Klimaschutz bei.“ 2019 waren weltweit SHC-Systeme mit einer Gesamtleistung von 479 GWth (684 Mio. m²) in Betrieb. Diese sparten 41,9 Millionen Tonnen Öläquivalent und vermieden 135,1 Millionen Tonnen an CO2-Emissionen.

Kleine Solarthermie-Systeme

Systeme, die Warmwasser und Heizwärme in privaten und öffentlichen Gebäuden sowie in Hotels und Krankenhäusern bereitstellen, machen rund 60 % der neu installierten Systeme aus. Ein wichtiger Punkt ist dabei die Tatsache, dass ein signifikantes Marktwachstum meist nur in den Ländern zu verzeichnen war, in denen kleine Systeme (insbesondere Thermosiphonsystemen) dominieren. Die Studie Solar Heat Worldwide zeigt, dass nationale Sozialwohnungsprogramme verbunden mit der Installation solarer Warmwassersysteme die Marktentwicklung äußerst positiv beeinflussen.

Große Solarthermie-Systeme

Megawatt-Installationen sind auf dem Vormarsch. Mindestens 74 neue Großanlagen (> 350 kWth) wurden 2019 in Betrieb genommen, um Fernwärmenetze und große Gebäude mit Wärme zu versorgen. Angeschlossen an Fernwärmenetze und Wohngebäude waren Ende 2019 rund 400 große Solarthermie-Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 1,62 GWth oder 2,3 Mio. m². Außerdem wurden weltweit bis Anfang 2020 mehr als 800 solare Prozesswärmeanlagen mit einer Kollektorfläche von 1 Millionen m² installiert.

Wärme und Strom vom selben Dach

Zum zweiten Mal führte Solar Heat Worldwide eine Marktstudie unter Herstellern von Photovoltaik-Thermie-Kollektoren (PVT) durch. Ein PVT-System ist insofern ungewöhnlich, als es die Erzeugung beider Arten von Solarenergie – Sonnenwärme und Solarstrom – kombiniert und auf diese Weise höhere Erträge pro Fläche erzielt. Diese Anwendung ist besonders wertvoll, wenn die verfügbare Dachfläche begrenzt ist, jedoch eine klimaneutrale Energieversorgung für das Gebäude gewünscht wird.

Der PVT-Markt gewinnt in mehreren europäischen Ländern an Dynamik. 58 % der weltweit installierten Anlagen befinden sich derzeit in Europa, davon 41 % in Frankreich. Asien ohne China folgt mit 24 % der Installationen und China mit 11 %. Die weltweite PVT-Gesamtkapazität erreichte Ende 2019 606 MWth und 208 MWpeak, eine Steigerung von 9 % gegenüber Ende 2018.

Copyright Beitragsbild: Ecotherm

Solar Heat Worldwide 2020 (vollständiger Bericht)

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Solarwärme im Klimafonds: Förderentscheidungen für 2019 veröffentlicht!

20. Mai, 2020

Der Klima- und Energiefonds hat bekanntgegeben, welche Einreichungen in den Förderprogrammen „Solare Großanlagen 2019“ und „Demoprojekte Solarhaus 2019“ eine Förderung erhalten. Die Förderung für Solare Großanlagen war das zweite Jahr in Folge überbucht, dennoch gelang es alle Einreichungen zu fördern. Insgesamt unterstützt der Klima- und Energiefonds 20 Projekte bei Solaren Großanlagen mit rund 2,6 Millionen Euro. Im Solarhaus-Förderprogramm werden fünf Projekte mit insgesamt rund 72.000 Euro gefördert. Die geförderten Projekte sind auf der Website des Klima- und Energiefonds aufgelistet.

Förderentscheidung Solare Großanlagen

Förderentscheidung Solarhäuser

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Copyright Beitragsbild: Klima- und Energiefonds

„Raus aus Öl“-Bonus wieder gestartet

11. Mai, 2020

Das Klimaschutzministerium (BMK) fördert den Umstieg von umweltschädlichen fossilen Heizungen wie Ölheizungen auf neue, saubere Alternativen im Jahr 2020 mit 100 Millionen Euro – auch rückwirkend bis 1.1.2020. Pro Haushalt können bis zu 5.000 Euro abgeholt werden – mit Landesförderungen sogar bis zu 11.000 Euro! Mit der Förderung können bis zu 22.000 Heizungen (Öl, Gas, Kohle) getauscht werden. „Den Heizkessel tauscht der Installateurbetrieb aus der Region. Der „Raus aus Öl“-Bonus zeigt, was Klimaschutz kann. Wir schaffen Arbeitsplätze und bekämpfen die Klimakrise“, sagt Klimaschutzministerin Leonore Gewessler. Neben der Förderung für den Ölkesseltausch stehen weitere 42,7 Millionen Euro für die thermische Sanierung von betrieblichen, kommunalen und Wohngebäuden bereit.

Insgesamt stehen somit 142,7 Millionen Euro an Förderungen zur Verfügung – im Vergleich zum Vorjahr eine Verdoppelung der Mittel. Beide Maßnahmen ermöglichen eine CO2-Reduktion von mehr als 180.000 Tonnen pro Jahr. Durch die Förderungen werden rund 11.000 Arbeitsplätze geschaffen und es kommt zu einer inländischen Wertschöpfung von 540 Millionen Euro. Im Vorjahr wurden 12.436 Sanierungsprojekte über die Offensive gefördert. Die damalige Bundesförderung löste ein Investitionsvolumen von mehr als 365 Millionen Euro aus, es wurden 4.829 Arbeitsplätze geschaffen. Die CO2-Reduktion betrug 78.694 Tonnen im Jahr.

Die Förderaktion ist ein klares Signal an die Haushalte für Investitionen in die Heizungsumstellung. Dabei muss ein erneuerbares Heizungssystem eingebaut werden, um den Bonus zu erhalten. Die Erfahrung im letzten Jahr hat gezeigt, dass der „Raus aus Öl“-Bonus auch einen Schub bei Solarwärme-Anlagen erzeugt. Das hilft auch dem Wirtschaftsaufschwung nach der Coronakrise. Die Wertschöpfung bei Solarwärme-Anlagen erfolgt zu drei Viertel in Österreich und sichert tausende Arbeitsplätze in Industrie, Handel und Handwerk. Einen Spezialisten für Ihre Solarwärme-Anlage finden Sie am schnellsten mit unserer Solarinstallateur-Suche!

Der Frühling ist außerdem die beste Zeit für einen Heizungstausch, aber nicht nur deswegen lohnt es sich momentan besonders: Da der Bundes-Bonus im vergangenen Jahr so schnell vergriffen war, haben viele Länder ihre eigenen Förderungen ausgebaut, was aktuell zu einer weitgefassten Förderlage führt. „Zurzeit herrscht ein idealer Sanierungsmoment, denn man kann Bundes- und Landesförderung kombinieren – da kann ein zeitweilig niedriger Ölpreis finanziell nicht mithalten“, so Andreas Rotter, Obmann des Zukunftsforum SHL und Innungsmeister der Salzburger Landesinnung Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechnik. Gemeinsam mit dem „Raus aus-Öl“-Bonus lassen sich in einigen Bundesländern allein für die Heizungserneuerung bis zu 11.000 Euro Fördermittel gewinnen. „Das ist gut für das Haushaltsbudget, gut für die Umwelt und letztendlich auch gut für Österreichs Wirtschaft“, ergänzt Rotter. 

Um auch unter den gebotenen Vorsichtsmaßnahmen gegen das Coronavirus rasch mit der Förderung beginnen zu können, kann die vorausgesetzte Energieberatungen in allen Bundesländern auch per Telefon oder über das Internet durchgeführt werden.

Alle Informationen zu den Förderungen und die Möglichkeit Förderungen zu beantragen finden Sie unter www.umweltfoerderung.at

Presseaussendung Klimaschutzministerium

Presseaussendung Zukunftsforum SHL

Infoblatt Raus aus Öl

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