Solarfassade

REN21 Bericht: Fortschritte bei Strom, aber großer Aufholbedarf bei Wärme, Kälte und Verkehr

Der Renewables 2020 Global Status Report (GSR) von REN21 ist kürzlich erschienen und zeigt, dass der Ausbau von Erneuerbaren Energien weiter verstärkt werden muss. Zwar gibt es so wie in den vorigen Jahren große Fortschritte beim Ausbau von erneuerbarer Stromversorgung, doch um die Energiewende zu schaffen reicht das bei Weitem nicht, solange fossile Brennstoffe in Wärme, Kälte und Verkehr nicht ebenso rasch durch Erneuerbare ersetzt werden. Dazu kommt, dass der steigende Energieverbrauch die Fortschritte im Bereich Strom wieder mindert.

„Im Bereich des erneuerbaren Stroms berichten wir Jahr für Jahr einen Erfolg nach dem anderen. Tatsächlich hat erneuerbare Stromerzeugung fantastische Fortschritte gemacht und schlägt alle anderen Energiequellen in puncto Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit. Viele nationale und globale Organisationen brechen bereits in Jubel aus. Aber unser Bericht sendet eine deutliche Warnung: Die Fortschritte in der Stromerzeugung sind nur ein kleiner Teil des Gesamtbildes. Und sie werden von der stetig steigenden Energienachfrage verschlungen. Wir müssen das gesamte Energiesystem umstellen, sonst machen wir uns selbst etwas vor“, sagt Rana Adib, Geschäftsführerin von REN21. Der Bericht zeigt, dass in den Bereichen Wärme, Kälte und Verkehr die Hindernisse nochimmer fast die gleichen sind wie vor 10 Jahren. „Wir müssen komplett aufhören, fossile Brennstoffe zu nutzen, um unsere Häuser zu heizen und unsere Autos anzutreiben“, so Adib.

Auch die Corona-Pandemie, die Berechnungen der Internationalen Energieagentur (IEA) zufolge zu einem Rückgang der energiebedingten CO2-Emissionen von bis zu 8 % im Jahr 2020 führt, wird langfristig kein Trostpflaster sein. Denn 2019 waren die Emissionen so hoch wie nie zuvor, und der Rückgang ist nur vorübergehend. Um die Pariser Klimaziele zu erreichen, müsste in den nächsten zehn Jahren ein jährlicher Rückgang von mindestens 7,6 % aufrechterhalten werden. Dazu Adib: „Selbst wenn die Lock-Downs noch ein ganzes Jahrzehnt andauerten, würde der Rückgang nicht ausreichen. Beim derzeitigen Tempo, im derzeitigen System und unter den derzeitigen Marktregeln würde die Welt ewig brauchen, um auch nur annähernd an ein CO2-freies Energiesystem heranzukommen.“

Der Bericht weist darauf hin, dass „grüne“ Konjunkturmaßnahmen, wie z.B. Investitionen in erneuerbare Energien und Gebäudeeffizienz, kosteneffizienter sind, als herkömmliche Konjunkturmaßnahmen und mehr Ertrag abwerfen. Er dokumentiert auch, dass erneuerbare Energien zur Schaffung von Arbeitsplätzen, zur Beschleunigung des Energiezugangs in Entwicklungsländern, zur Verringerung von Emissionen und zu weniger Luftverschmutzung beitragen. Wie Investitionen in den Ausbau der Solarwärme sich positiv auf Wirtschaft und Klima auswirken, hat der Verband Austria Solar dazu in seiner Solarinitiative 20▸50 veranschaulicht.

Die positiven Effekte eines „Klima-Konjunkturpakets“ stehen im Kontrast zu den wahren Kosten für fossile Brennstoffe, die auf 5,2 Billionen US-Dollar geschätzt werden, wenn man die Kosten für negative Auswirkungen wie Luftverschmutzung, Folgen des Klimawandels und Verkehrsstaus einbezieht. Erneuerbare Energiesysteme hingegen unterstützen Energieunabhängigkeit und Demokratie. Sie kommen den Menschen und Gemeinden statt den großen Produzenten und Verbrauchern fossiler Brennstoffe zugute. „Wenn wir Geld zur Wiederbelebung der Konjunktur ausgeben, müssen wir entscheiden: Wollen wir ein Energiesystem, das nur einigen dient, oder eines, das vielen dient“, sagt Adib. „Letztlich gehtes aber nicht nur um Geld. Wir müssen jede Art der Unterstützung der fossilen Wirtschaft beenden, insbesondere in den Sektoren Wärme, Kälte und Verkehr. Die Staaten müssen die Marktbedingungen und -regeln radikal ändern und die gleiche Führungsstärke übernehmen, die sie in der Coronakrise bewiesen haben.“

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