Marktstatistik

Österreich

 

95 Prozent Wertschöpfung in Österreich und 1.600 Arbeitsplätze

Im Jahr 2016 wurden 95 % der installierten Solarwärmeanlagen in Österreich hergestellt, Solarwärme zählt zu den Sparten mit der höchsten Wertschöpfung im Land. Insgesamt wurden Kollektoren mit einer Wärmeleistung von 450 MW (643.000 m²) produziert, 83 % der Produktion gingen in den Export, vor allem nach Deutschland, Italien, Spanien und Portugal. Mit 78 MW (112.000 m²) neu installierter Wärmeleistung wurde ein Umsatz von 97 Mio. Euro erwirtschaftet, der Export brachte weitere 100 Mio. Euro.

EU

 

EU-weiter Marktrückgang, nur vier Länder mit Marktzuwachs

In der EU wurden 2016 Kollektoren mit einer Wärmeleistung von rund 1.800 MW (2,6 Mio. m²) neu installiert. Dies bedeutete einen Marktrückgang von 5,6 % im Vergleich zum Vorjahr. Nur Dänemark (+83,8 %), Slowakei (+81,1 %), Niederlande (+17,6 %) und Belgien (+3,3 %) verzeichneten einen Marktzuwachs. Insgesamt waren Ende 2016 Solarwärmeanlagen mit einer Wärmeleistung von rund 34.500 MW (49,2 Mio. m²) in Betrieb. Der Gesamtumsatz der Branche lag bei 2,2 Mrd. Euro, mit 22.400 Beschäftigten europaweit.

 

Weltmarkt

 

Solarwärme weltweit rückläufig, Aufschwung bei Großanlagen

Der Weltmarkt bei Solarwärme war 2015 mit minus 14 % das zweite Jahr in Folge rückgängig (minus 15 % im Jahr davor). Nur Asien verzeichnete ein Wachstum von 24 %, wobei China in dieser Zahl ausgeklammert ist und einen Rückgang von 17 % aufwies. Der Markt in der EU, USA und Kanada verzeichnete geringere Rückgänge bzw. Stabilität am Markt. Weltweit zeichnet sich eine Verlagerung des Solarwärmemarktes von Warmwasseranlagen in Privathäusern hin zu kommerziell genutzten Anlagen in Mehrfamilienhäusern, Tourismusbetrieben und öffentlichen Gebäuden ab. Im Jahr 2016 wurden weltweit 37 Solare Großanlagen über 350 KW Wärmeleistung (500 m²) in Betrieb genommen.

Potenzial

 

Solarwärme-Potenzial in Österreich mehr als 3-mal so hoch

 

In den letzten fünf Jahren hat sich die solar produzierte Wärmemenge in der EU auf fast 50.000 GWh verdoppelt, auch wenn die jährlichen Ausbaumengen rückläufig sind. Der Ausbau fand vor allem bei der solaren Versorgung von Gebäuden statt, in Dänemark ist auch ein Boom bei solaren Fernwärmeanlagen zu beobachten. Wie sich diese Entwicklung in Zukunft fortsetzen wird und welchen Beitrag Solarwärme zu den europäischen Klimazielen leisten kann, wurde in einer im August 2017 veröffentlichten IEA-Studie am Beispiel Österreich, Deutschland, Italien und Dänemark untersucht. In den Szenarien wird von einer Verdopplung der fossilen Energiepreise bis 2050 und einer Kostensenkung bei Solarwärme von 25 bis 35 Prozent ausgegangen. Die Ergebnisse zeigen, dass Solarwärme langfristig vor allem fossile Energieträger ersetzen wird, andere erneuerbare Wärmetechnologien wie Biomasse, Wärmepumpe, Abwärme werden aufgrund niedriger Wärmeerzeugungskosten zu Solaranlagen eher in Konkurrenz stehen. Den größten ökonomischen Vorteil wird Solarwärme in Südeuropa liefern, in unseren Breiten werden aus wirtschaftlichen Gründen eher Großanlagen dominieren. Für Österreich wurde ein technisches Potenzial von jährlich bis zu 7.000 GWh Solarwärme errechnet, was bedeuten würden, dass jedes zweite Gebäude mit Solarwärme versorgt wird. Derzeit liegt die heimische solare Wärmeproduktion bei 2.130 GWh pro Jahr, laut IEA-Studie beträgt das Potenzial langfristig mehr als das Dreifache dieses Wertes.

IEA SHC Task 52: Solar Thermal and Energy Economy in Urban Environments – Country cases for Germany, Austria, Italy and Denmark

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