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Archiv 2009 Steuern wir auf eine Energiekrise zu? ( online seit 04. 10. 2009 ) Im Moment ist es ruhig. Die Gasversorgung funktioniert reibungslos, der Ölpreis hat sich wieder stabilisiert. Müssen wir uns um die Energieversorgung der nächsten Jahre keine Sorgen mehr machen? Michael Cerveny von der Österreichischen Gesellschaft für Umwelt und Technik (ÖGUT) ist dieser Frage nachgegangen und zeigt in einer beeindruckenden Analyse, dass wir bereits mitten in der Versorgungskrise von Erdöl stecken. Seit 2005 stagniert die weltweite Ölförderung, die Angebotslücke wurde mit einer Produktionssteigerung bei Biosprit und Öl aus Teersanden aufgefüllt. 80 Prozent unseres Öls kommt derzeit aus langsam aber stetig versiegenden Quellen. Diese Mengen sind langfristig unmöglich mit Biosprit oder Teersanden aufzufangen. Erholt sich in den nächsten Monaten die Wirtschaft und zieht die Nachfrage wieder an, werden wir die nächste Energiepreis-Hochschaubahn erleben. Selbst die Internationale Energieagentur (IEA) hält 200 Dollar pro Fass Erdöl in einigen Jahren für realistisch. Der Energieexperte Michael Cerveny erklärt in einem vierteiligen Referat auf YouTube in klaren Worten, warum wir die Energieeffizienz dramatisch steigern und die Erneuerbaren Energien massiv ausbauen müssen, um die nächste globale Wirtschaftskrise - wegen Energieknappheit - zu verhindern. "Steuern wir auf eine Energiekrise zu?" Referat von Michael Cerveny auf YouTube Austria Solar, Messe Wels und Stadt Wels starten Solaroffensive ( online seit 27. 08. 2009 ) Im Juni 2009 beschlossen Messe Wels und Austria Solar die Schwerpunktsetzung "Solarwärme" bei der Energiesparmesse 2010. Mit offensivem Marketing, einem Fach- und Besuchertag zu Solarwärme und einer Schwerpunkt-Präsentation von Solar-Innovationen soll die Position der Energiesparmesse als führende Solarschau Österreichs weiter ausgebaut werden. Im Bereich Bewusstseinsbildung, Forschung und Lehre ist für die Zukunft eine enge Kooperation von Fachhochschule und Science Center mit der Solarbranche geplant. Als Impuls für eine Verdopplung der Kollektorfläche der Stadt Wels (derzeit 20.000 m²) wurde über den Sommer eine Sonderförderung für private Solarwärmeanlagen von 1.000 Euro beschlossen. Im Bereich der Verwaltung soll bei 30 öffentlichen Einrichtungen und Objekten eine Solarwärmeanlage errichtet werden. Auch der Ausbau des Welser Fernwärmenetzes wird durch Bereitstellung von solarer Fernwärme unterstützt.
Sozialpartner-Weißbuch fordert Energiewende ( online seit 07. 07. 2009 ) Bei einer Pressekonferenz am 19. Juni 2009 in Wien stellten die Sozialpartner (AK, WKO, LWK, ÖGB) und die Industriellenvereinigung ihr Weißbuch zur Energiepolitik vor. Die Sozialpartner betonen darin, dass das gegenwärtige Energiesystem auf längere Zeit nicht haltbar ist. Die Politik ist gefordert "bisher sehr feste Trends zu brechen und das Energiesystem umzubauen". Einen zentralen Stellenwert hat dabei die Raumwärme, künftig sind "vorzugsweise Energieträger einzusetzen, deren Stärke im Niedertemperaturbereich liegt: Fernwärme, Biomasse, Wärmepumpen und Solarthermie". Die Sozialpartner empfehlen daher die Erstellung eines umfassenden Raumwärmekonzepts zur verstärkten Nutzung erneuerbarer Energieträger. Trotz aller positiven Aspekte zeigt das Weißbuch, wie beharrlich am bestehenden Weg festgehalten wird. Von 100 Seiten Politikmassnahmen sind 40 Seiten der Beschaffung, Lagerung, Verteilung und Regulierung fossiler Energieträger gewidmet. 20 Seiten behandeln Energieeffizienz, nur 10 Seiten das Thema Erneuerbare. Schlussendlich werden die wirtschaftliche Entwicklung und der politische Gestaltungswille bestimmen, wie das Energiesystem 2020 beschaffen sein wird, fasst die Studie zusammen. Den politischen Willen wird man an der Energiestrategie Österreich ablesen können, die zurzeit in Arbeit ist. 2. Europäischer Tag der Sonne voller Erfolg - über 7.000 Veranstaltungen in 16 Ländern ( online seit 30. 03. 2009 ) Die zweiten "European Solar Days" waren ein voller Erfolg. Bei über 7.000 Veranstaltungen in 16 Ländern wurden Schüler, Bürger und Betriebe zu Solarenergie informiert, siehe www.solardays.eu. Von Norwegen bis Italien, von Portugal bis Ungarn fanden Veranstaltungen statt. Allein in Österreich machten 434 Gemeinden, Betriebe, Schulen und Beratungsstellen mit. Mit der Aktion wurden geschätzte 500.000 Menschen erreicht. Die Koordination der Aktion lag bei den EU-Solarverbänden ESTIF und EPIA, auf nationaler Ebene bei den Solarverbänden. Die "European Solar Days" werden vom Programm Intelligent Energy Europe unterstützt.
In Österreich informierten 434 Gemeinden, Betriebe, Beratungsstellen, Schulen und Kindergärten am 15. und 16. Mai über Solarenergie. Organisiert wurde die Aktion vom klima:aktiv Programm solarwärme gemeinsam mit Klimabündnis Österreich, Umweltberatung und vielen lokalen Partnern. Die Leitung lag beim Verband Austria Solar. Austria Solar Gütesiegel an fünf weitere Betriebe verliehen ( online seit 04. 03. 2009 ) Seit 2003 vergibt der Verband Austria Solar das Gütesiegel an die besten heimischen Anbieter von thermischen Solaranlagen. Wer eine Gütesiegel-Anlage kauft, kann auf geprüfte, hohe Qualität und gute Umweltverträglichkeit der Materialien vertrauen. Außerdem garantiert das Siegel lange Garantiezeiten, mindestens zehn Jahre für die Kollektoren und mindestens fünf Jahre für die Speicher. Der Verband prüft auch die Verständlichkeit und Richtigkeit der Bedienungsanleitungen, der Abnahmeprotokolle und der Wartungsverträge. Überwacht wird das Gütesiegel von einer unabhängigen Kommission.
In einem Festakt bei der Energiesparmesse Wels am 26. Februar 2009 wurde den Firmen IMMOSOLAR Alpina GmbH, ÖkoFEN Forschungs- und EntwicklungsgesmbH, ROTO Bauelemente GmbH, Walter Bösch KG und ZWS Zukunftsorientierte Wärme Systeme GmbH offiziell das Austria Solar Gütesiegel verliehen. Landesrat Rudi Anschober, Bundesinnungsmeister Michael Mattes, Landesinnungsmeister Alfred Laban und Vorstandsmitglied Erwin Gattringer überreichten die Urkunden und betonten die Wichtigkeit von qualitativ hochwertiger Solartechnik am Markt. "Auch bei meiner eigenen Solaranlage habe ich auf das Gütesiegel geachtet", meinte Landesrat Anschober in seiner Rede zur Verleihung. "Das Austria Solar Gütesiegel gibt Installateuren die Sicherheit, beste Qualität am Markt gewählt zu haben", meinte Bundesinnungsmeister Michael Mattes. "Gütesiegel geben den Menschen das Vertrauen, dass die Technologie lange hält und zuverlässig funktioniert", betonte Landesinnungsmeister Alfred Laban. Mit den fünf neuen Gütesiegelbetrieben tragen bereits 21 Solaranbieter die begehrte Auszeichnung, welche mehr als zwei Drittel des heimischen Solarmarktes beliefern. „Es ist wichtig, dass sich die Solarbranche zu hoher Qualität bekennt. Dies wird mit 21 Gütesiegelbetrieben, viele davon Marktführer, eindrucksvoll bewiesen“, wies Austria Solar Vorstandsmitglied Erwin Gattringer auf die Bedeutung des Gütesiegels hin. Umbau der Wärmeversorgung in den Bundesländern forciert Solarenergie ( online seit 03. 02. 2009 ) In allen Bundesländern werden heuer die Wohnbauförderungen an die Art. 15a-Vereinbarung von Bund und Ländern angepasst, welche im Oktober 2008 unterzeichnet wurde. Die Vereinbarung legt fest, dass zukünftig nur noch klimarelevante innovative Heizsysteme gefördert werden. Das bedeutet, dass im Neubau künftig gängige Systeme mit einer Solaranlage zu kombinieren sind (ausgenommen bei zu geringer Sonneneinstrahlung und bei Nicht-Zumutbarkeit). Für Wärmepumpen ist eine Mindestjahresarbeitszahl von 4 vorgesehen, nach Möglichkeit hat die Kombination mit Solaranlagen zu erfolgen. Diese Kombinationsempfehlung gilt auch bei Holzheizungen. Im Wesentlichen gelten diese Bestimmungen auch für die Sanierung. Damit wurde der Solarenergie ein zentraler Stellenwert eingeräumt, um im Sommerhalbjahr den privaten und öffentlichen Wärmebedarf für Warmwasser und Heizung weitgehend mit der Energie der Sonne zu decken. |
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